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Die Antwort auf alles, nur rückwärts.

Datum: 15.4.2010
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(24, für die, die Douglas Adams nicht ausreichend studiert haben.)

Inzwischen habe ich schon so lange nichts mehr hier geschrieben, dass der Browser schon mein Passwort vergessen hat. Aber wenn ich behaupte, die Zeit verfliegt und kriecht gleichermaßen langsam dahin, dann ist das zwar verhältnismäßig abgedroschen, aber dennoch trifft es den Kern der Sache verhältnismäßig gut. Dass die Zeit relativ ist, hat wohl Einstein gesagt, und ich habe es im physikalischen Sinne nie so ganz verstanden. Und, wo wir schon beim Thema sind, inzwischen bin ich wohl auch zu alt, um es noch zu lernen.

Anfang dieser Woche war ich noch hauptsächlich damit beschäftigt, darüber zu jammern, dass ich jetzt endgültig irgendeinen abstrakten Zenit überschritten hätte, der sich eigentlich nur auf eine dubiose Umfrage zurückführen ließ, laut derer 23-jährige Frauen in Web-Partnerbörsen die meisten Zuschriften bekämen. Mir geht es nicht um die Online-Brautschau, vielen Dank, auch nicht um geistige Höhepunkte, die man laut Biologie-Buch, AHS 7. Klasse, schon mit 21 erklommen und inzwischen weit hinter sich zurück gelassen hat, sondern um -

Betrachten wir es so: Anfang zwanzig hat man Träume. Mitte zwanzig Ziele.

Oder irre ich mich?

Jene Leute die ich kenne, in diesem unbestimmbaren Alter, das irgendwo mit Studienabbruch anfängt und mit etwa 30 aufhört, sind ähnlich plan- und orientierungslos wie ich. Wahrscheinlich ist es das, was uns verbindet – wir krebsen in unserem Leben herum und wissen nicht, ob wir glücklich oder unglücklich sein sollen. “Krebsen” deshalb, weil die Crustacea sich seitwärts bewegen, anstatt nach vorne. Aber so ist das im Leben, es gibt Gewinner und es gibt Verlierer. Und solche, die vom Bus überfahren werden.

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Passiv aggressiv

Datum: 23.11.2009
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Zu spät für betitelten Blogeintrag, alles längst verraucht. Teils sogar wörtlich. Manchmal will man etwas so sehr, dass man es gar nicht merkt, wenn man eigentlich etwas anderes noch viel mehr will. Oder jemanden.

Einen Keks etwa. Oder so.

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Opium fürs Volk

Datum: 15.11.2009
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Es war die kleinste der vier Messehallen, in der sich schließlich Besucher, Verlage, Autoren, und solche, die eines davon waren aber lieber ein anderes wären, unter allzu gesitteten Umständen begegneten. Weil ich David Schalko, den zu heiraten ich gedacht hatte, um grob geschätzte 15 Minuten verpasste, grollte ich zunächst in erster Linie dem Schicksal, und fragte mich, ob nun der neu erworbene Wintermantel (daher die Verspätung) oder meine Verbindung mit David Schalko, die unserer Begegnung unweigerlich gefolgt wäre, länger die Zeit überdauert hätte. Aber schließlich blieb mir kaum etwas anderes übrig, als über diese unglückliche Verkettung der Umstände hinweg zu sehen, indem ich tief den Atem tausender Bücher in mich einsaugte und einen Moment die Augen schloss, um zu realisieren, wo ich war. Auf der Wiener Buchmesse.

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Im Delirium

Datum: 24.10.2009
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Also, Dr. W., eines müsste ich dann doch noch loswerden. Zu meiner Verteidigung: ich bin schlagfertiger, wenn ich mich nicht gerade vor Schmerzen krümme, weniger weinerlich, wenn ich nicht nackt auf einem OP-Tisch liege (scheiß Gefühl, ganz ehrlich), und weniger schwachsinnig, wenn ich nicht gerade zwei Minuten zuvor aus der Narkose aufgewacht bin.

Ich appelliere an Sie als Anästhesist, das nachzuvollziehen. Immerhin die missverstandeste Gattung von Ärzten, die uns Film und Fernsehen so präsentieren. In diversen Serien á la ER oder Grey’s Anatomy steigen die Anästhesisten nie besonders gut aus. Es sind diejenigen, mit der am wenigsten spektakulären, medial trasportierbaren Rolle, die nur daneben sitzen und Monitore überwachen, während andere für Action zuständig sind. Wenn es einen gibt, der Alkoholiker oder medikamentenabhängig ist, dann ist es der Anästhesist. (Dass es in Wahrheit anders aussieht spiegelt sich, glaube ich, allein schon an der guten Bezahlung wieder.)

Dank Ihnen weiß ich es jetzt besser. Ich meine, um über Möglichkeit diverser Suchtkrankheiten urteilen zu können, kenne ich Sie natürlich nicht gut genug, aber verdammt, wenn es einen McDreamy in diesem OP gab, dann waren Sie das.

Aber ganz ehrlich, die Nummer mit dem iPhone nach dem Aufwachen war jetzt auch nicht ganz der Bringer, oder? Ich war a) im Delirium, hatte b) keine Stimme (die kam, nebenbei bemerkt, erst 2 Tage später ganz wieder – ich kam mir vor wie Arielle), und c) war das verflucht noch mal der einzige Satz, den ich auf kroatisch kann, weil ich erst lächerliche 4 Unterrichtsblöcke hatte! Normalerweise teile ich Fremden (McSonstwie hin oder her, das tut nichts zur Sache) nicht ohne Aufforderung mit, dass neben dem Lautsprecher eine Katze sitzt. Nein.

Und zu sagen “Ach, die jungen Mädchen!” und dabei melodramatisch den Kopf zu schütteln, das fand ich jetzt auch nicht so ganz okay. Zumal ich bemerken muss – wann haben Sie zuletzt in den Spiegel gesehen? Sie sehen nicht älter aus als 25, insofern ist solch eine Bemerkung einer 23-jährigen gegenüber äußerst unpassend. Besonders wenn Besagte gerade kurz davor ist, ausgeweidet zu werden und deswegen einen Nervenzusammenbruch bekommt.

Ja, das weiß ich alles noch. Auch, dass der Sauerstoff nach Pfefferminz geschmeckt hat. Das wollte ich Ihnen noch sagen, Dr. W., aber dazu gab es keine Gelegenheit mehr.

Trotz allem: bis auf den erlösenden Satz “Sie dürfen heute nachhause” war jedes Wort, das über Ihre Lippen kam, das Beste, was ich in diesem Krankenhaus gehört habe. Naja, “Erbrochenes könnte in Ihre Lunge gelangen und Sie würden sterben” lassen wir dabei besser außen vor. So ganz unter uns.

Danke jedenfalls, Dr. W., Sie waren der beste Anästhesist, den ich je hatte. (Und der einzige.) Hätte bei Gelegenheit nichts gegen einen schlechten Kaffee aus dem Automaten mit Ihnen gehabt. (Am zweiten postoperativen Tag, als ich wieder Kaffee trinken durfte…) Auch, wenn ich Ihnen eines nicht verzeihen kann: Muse müsste man dann doch kennen…

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Doch, es gibt dumme Fragen…

Datum: 17.10.2009
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Telefonieren ist etwas, das viele Menschen zum Spaß tun, oder dann doch zumindest aus einer gewissen Zweckmäßigkeit heraus. Den Glauben an beides verliert man irgendwann, wenn man nur lang genug in einem Callcenter (und da ist es wahrscheinlich egal, in welchem) gearbeitet hat. Okay, eigentlich reicht für die Zerstörung jeglicher Illusionen schon eine einzige Woche. Oder ein Tag, wenn’s ein schlechter ist.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass ich eine ausgedehnte Diskussion mit einer Frau führte, die standhaft behauptete, wir müssten für die Reparatur ihres Fernsehers aufkommen.

“Haben sie denn da noch Garantie drauf?”
“Das weiß ich doch nicht!” (Sie sagte das so entrüstet, als hätte ich sie gerade nach dem aktuellen Programm im Pornokino gefragt.)
“Na wann haben sie ihn denn gekauft?”
“So vor sieben, acht Jahren…”
“Vor acht Jahren!?!”
“Ja, warum?”
“Selbst die verlängerte Garantiezeit ginge höchstens über fünf. Da brauchen Sie die Reparatur nicht über uns laufen lassen, das können’S dann bei jedem Elektriker machen lassen.”
“Ja und die Rechnung schick ich Ihnen dann?”
“Nein, die übernehmen wir nicht mehr. Dafür ist die Garantiezeit ja da, während der wird sowas abgedeckt, danach nicht mehr.”
“Also nein, das kann jetzt aber nicht stimmen. Dann kann man ja sonst gar nichts mehr bei Ihnen kaufen, das müssen schon Sie bezahlen!”
“…”

Tatsächlich ging das so noch ein paar Minuten hin und her, und endete damit, dass ich die gute Frau nach “oben” weiter verband, damit ihr das jemand mit mehr Geduld vermitteln konnte. (Das ominöse “Oben” ist bei uns, wo quasi Gott sitzt. Sprich, die Rechnungsabteilung.)

Ganz wundervoll, wenn auch weniger wortreich, war auch fogendes Gespräch:

“Was muss ich machen, wenn ich eine neue Frau kennengelernt habe?”
“Eh, ihr einen Ring kaufen?”

Es stellte sich letzten Endes heraus, der gute Mann wollte bloß eine Freundschaftswerbung machen, um einen Staubsauger dafür zu bekommen.

Logische Aussetzer passieren jedem über kurz oder lang. Wir müssen generell nicht so lange darauf warten.

“Haben sie auch Altgerätentsorgung?”
“Ja, kostet 24 €.”
“Das scheint mir aber etwas teuer. Ich dachte, das wäre kostenlos.”
“Die Entsorgung an sich ist kostenlos, die 24 € werden für den Transport von der Spedition berechnet.” (Das müssen wir sagen.)
“Wie, Spedition?”
“Na der Postler nimmt kaum a alte Waschmaschine in seinem Wagerl mit.” (Obwohl ich vermute, offene Ironie ist uns aus berufsetischen Gründen verboten. Schande über mich.)
“Es geht ja nicht um eine Waschmaschine.”
“War ja nur ein Beispiel. Worum gehts denn?”
“Um einen Rasierer.”
“…”

Er meinte das ernst.

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Flugbahnen

Datum: 11.10.2009
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Die Zeit verfliegt. Nicht wörtlich, so als würden ihr plötzlich Flügel wachsen und sie sich von einem Mauervorsprung stürzen, kurz ins Trudeln geraten, dann aber ihre Schwingen auf majestätische Weite ausbreiten und sich von der Luft tragen lassen, gleiten, als würde sie von unsichtbaren Fäden gehalten, wie eine fliegende Untertasse in einem Ed-Wood-Film.

Nicht ganz.

Sie ist einfach nur so aufgefüllt – vollgestopft, geradezu – und um wieder ein Bild zu verwenden, muss ich dabei an den Wolf denken, dem die sieben Geißlein nach ihrer heroischen Rettung durch den Jäger (den ich immer schon für den eigentlichen Bösewicht der Geschichte hielt) Steinbrocken in den Bauch füllen. Ungefähr so wie dieser Wolf fühlt meine Zeit sich an. Und wenn sie sich zu tief über einen Brunnen beugt, dann fällt sie hinein und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Vielleicht auch ein Grund, warum ich mich schon so lange nicht mehr auf einer Brücke aufgehalten habe.

Ich bin nicht sicher, worauf ich mit all dem eigentlich hinaus will. Man sollte doch annehmen, so eine Meinungsäußerung sollte irgendein Ziel haben, ein Schlussargument vortragen, einen abschließenden Witz, in dem all das vorher gesagte kulminiert. Nichts da. Aber immerhin befinden wir uns im Zeitalter der sinnlosen Meinungsäußerung ins Leere (vgl. Trouble with Twitters), und wer die Muße hat, sich aus all jenem eine gehaltvolle Information zu basteln, dem sei an dieser Stelle gleichermaßen gratuliert und kondoliert.

Diese Radiowerbung für irgendeinen Mobilfunkanbieter, die seit neuestem kursiert, spiegelt diesbezüglich erstaunlich gut den Zeitgeist wieder:
“Ich hab letztens Marmelade gegessen, die war von 1970 – war nicht mehr gut.”
“Und warum erzählst mir das?”
“Weil’s nichts kostet.”

Und da wären wir auch schon am Ende. Aus dem jeder schließen kann, was er will, sei es nun “Warum kommunizieren wir über Twitter mit vielen Fremden über die Tastatur, anstatt mit einem besonderen Menschen über den Rand eines Glases Rotwein?” oder “Gerade wo doch Zeit so ein knappes Gut ist, sollten wir sie so effizient wie möglich nutzen, indem wir in kurzer zeit möchlichst viele Leute ansprechen.” oder “Jetzt drückst du dich schon wieder seit einer halben Stunde vorm Lernen, was ist eigentlich los mit dir?”

Oder…

Bücher
 

Gemeinsam einsam.

Datum: 13.9.2009
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die einsamkeit der primzahlen Lesestoff: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano

Primzahlzwillinge, das sind zwei Primzahlen, die nur durch eine einzige dazwischenliegende Zahl getrennt werden. Sie kommen nicht sehr häufig vor, und je weiter man zählt, desto seltener werden sie. Aber immer dann, wenn man schon denkt, es gäbe keine weiteren mehr, findet man doch noch ein solch seltsames Paar. Schicksalhaft vielleicht. Sich so nahe, und doch auf ewig von ihrem Gegenstück getrennt.

Mattia hat eine Schwäche für Primzahlen. Und er und Alice, findet er, sind wie Primzahlzwillinge, die sich gegenseitig näher sind als allen anderen, sich aber nie ganz erreichen werden. Sie kennen sich seit ihrer Schulzeit, teilen so viel und doch so wenig, jeder mit seiner eigenen Bürde belastet, die er seit seiner Kindheit mit sich herumträgt. Ein einziger Tag war es, der jedes dieser beiden Leben auf immer verändert hat. Ihnen vielleicht für immer die Chance genommen hat, glücklich zu werden. Vielleicht haben sie das aber auch selbst getan.

Es ist wieder eines dieser Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man sie einmal aufgeschlagen hat. Von denen man sich wünscht, sie mögen niemals enden. Deren Protagonisten man nicht zu trösten versuchen würde, sondern sich einfach still neben sie setzen und nur eine zeitlang in die selbe Richtung mit ihnen blicken.

Genau das würde ich tun.

» Die Einsamkeit der Primzahlen auf Amazon.de

Kreative Ergüsse
 

Wie Wasser.

Datum: 5.9.2009
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Eine Kurzgeschichte die ich… vor verflucht langer Zeit geschrieben habe, bald sind es drei Jahre. Wahnsinn, was sich über diese Dauer hinweg alles verändern kann. Und noch viel wahnsinniger ist, was sich alles nicht verändert.

Und nun erstmals zu lesen…

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Bücher
 

Dystopia

Datum: 24.8.2009
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Lesestoff: Corpus Delicti von Juli Zeh

Eine Dystopie ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat [...]. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes vor Entwicklungen in der Gegenwart warnen.
Eine dystopische Gesellschaft ist in der Regel charakterisiert durch eine autoritäre oder totalitäre Regierungsform bzw. eine Form repressiver sozialer Kontrolle.

“Ein Prozess”, so lautet der Untertitel; jener wird einer jungen Frau gemacht, die erst unfreiwillig zur Rebellin deklassiert wird, und später aus Überzeugung zur Märtyrerin werden will. Und tatsächlich scheint sie an den Grundfesten der Übermächtigen “Methode”, die alle Lebensbereiche der Gesellschaft zum höheren Zweck der “Gesundheit” kontrolliert, rütteln zu können. Aber die selbsternannte “4. Staatsgewalt”, die Presse, größter Kontrahent und gleichzeitig wertvoller Verbündeter, lässt sie keinen Schritt unbeobachtet tun.

Normalerweise kaufe ich keine Hardcovers. Zu teuer und nehmen zu viel Platz im ohnehin schon überquellenden Bücherregal weg. Außerdem eher ungünstig bei meiner aktuellen Umzugsstatistik, die erfordert, dass meine Mini-Bibliothek etwa alle 8 Monate von A nach B verlegt wird. In diesem Fall wurde mir die bestätigende Ausnahme zur Regel geradezu aufgezwungen, weil ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte, nachdem ich im Geschäft bereits über Stunden herumgelungert hatte und es zur Hälfte ausgelesen hatte.

Fesselnd, verstörend und sprachlich herausragend.

“Ich glaube nicht an Gott und er glaubt nicht an mich. Das beruht auf Gegenseitigkeit.”

Juli Zehs Webpräsenz
Am 12. November 2009 zusammen mit Slut im PPC Graz: Corpus Delicti – Eine Schallnovelle
Sämtliche Tourtermine in Österreich und Deutschland bei Schöffling & Co.

Bücher
 

Andererseits…

Datum: 22.8.2009
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Lesestoff: The Other Hand von Chris Cleave (Twitter: @chriscleave)

Wieder einmal eines dieser Bücher, das ich zufällig in die Hand nahm, weil mir das Cover zusagte. Und das ich nicht mehr aus selbiger legte, weil mir der Inhalt gefiel. Wenn ich jetzt sage, dass darin das Migrationsthema behandelt wird, schreckt das vermutlich viele ab, deswegen will ich anders beginnen:

Es geht um die Geschichte zweier Frauen, einer Nigerianerin und einer Britin, deren Wege sich erst zufällig, dann durch Absicht kreuzen, was im Endeffekt für beide all das verändert, was ihnen vertraut war. Oder zumindest so schien. Menschliche Abgründe werden enthüllt wie in einer Kriminalgeschichte, was es umso spannender macht, zumal eine solche in jedem von uns leben kann. Und es wahrscheinlich auch tut.

Aber all das kommt ohne den erhobenen Zeigefinger aus, sondern beschränkt sich auf simple Menschlichkeit. Mal spannend, mal erheiternd, mal abgrundtief traurig, aber immer mitreißend.

Ich habe das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen, würde ich sagen, ginge es darum eine halbwegs passende Redewendung zu finden. In Wahrheit aber habe ich mit beiden Augen geheult wie ein Schlosshund, aber irritierenderweise war all die Bestürzung mit einem absurden Anflug von Hoffnung gemischt.

Denn vielleicht, vielleicht wird doch noch alles gut. Irgendwann.

“The Other Hand” ist auf deutsch übrigens (noch?) nicht erschienen. In den USA und in Kanada trägt das Buch den Titel “Little Bee”.

…hier bei Amazon.com

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