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Die Untiefen des Netzes

Datum: 11.8.2009
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Photowebsites sind populär. Nicht nur jene von der Art wie Flickr oder Picasa, sondern einfach solche zu gewissen Themen, Leute schicken ihre meist sinnlosen Bilder ein und sind wahnsinnig stolz, auf diese Weise zur allgemeinen Erheiterung beizutragen. Und gerade diese Websites zeigen die großen Ströme der Interessen auf, in denen fast jeder irgendwie, wenn schon nicht mitgerissen wird, dann zumindest träge dahindümpelt.

Eichentlich ist es ganz simpel. Der Titel ist gleichzeitig die Domain der Website, und setzt sich wie folgt zusammen: Substantiv Präposition Substantiv Punkt Com. Die Themen sind, wie gesagt, variabel, jedoch lassen sich die Webuser grob auf drei große Gruppen aufteilen.

Da wäre die Gruppe eins, die Crazy Cat Ladies. Ein Beispiel: Cats in Sinks – Bilder von Katzen in Waschbecken. Reizend. Sinnlos. Milde amüsant, für Katzenliebhaber, derer es offensichtlich mehr als genug gibt. Sie speichern die niedlichsten Bilder und sehen sie nie wieder an, googlen ab und an ein Zitat und verfolgen die Blogs ihrer besten Freunde, nur um den Entry am nächsten Tag bei einem Café Latte zu diskutieren. Das, und das neue Kuchenrezept von Martha Stewart, und die Bastelanleitung für diesen niedlichen Teewärmer…

Nun, stellvertretend für Gruppe zwei, das nächste Beispiel: Woman with Mustaches. Zielgruppe: Menschen mit schlechtem Humor (Punkt komm). Sie sehen sich selbstzerstörerische Youtube-Videos an, in denen sich fremde Leute in der Achterbahn in die Hose machen, oder widmen sich ähnlich geistvollen Online-Aktivitäten, fühlen sich dabei als die Könige des Netzes, weil sie Buchstaben durch Ziffern ersetzen und andere als Noobs bezeichnen. Aber hey, ich meine, es muss schon frustrierend sein, tagein, tagaus an der Tankstelle zu arbeiten, ohne Aussicht, jemals etwas anderes zu machen. Gönnen wir ihnen das Bisschen Spaß.

Oh, und dann fehlt noch Nummer drei: die notgeilen Narzissten. Unser repräsentativer Link hierzu: Guys with iPhones. (Und ich spreche hiermit eine ausdrückliche WARNUNG aus, diesen Link zu klicken. Ich weiß, dass es gerade deswegen trotzdem alle tun werden, aber dammit, ich meine das ernst!) Sie haben mindestens je eine Facebook-, StudiVZ-, Twitter- und MySpace-Seite, wo sie sich jeweils der verherrlichenden Selbstdarstellung widmen, saugen Pornos und schlechte Musik und ersteigern Sitzbezüge und Alufelgen für ihr Auto bei Ebay. Und das alles für den höheren Zweck… ich weiß es nicht, jemanden aufzureißen? Und es dann allen gleich mitteilen zu können. “Hey, ich hab grad ‘ne echt geile Nummer geschoben mit – uh, wei heißt du nochmal? — von meinem iPhone gesendet

Aber wie gesagt, die Einteilung ist nur grob, die einzelnen Strömungen, neigen dazu, sich zu überschneiden und ineinander über zu gehen, außerdem gibt es noch diverse Randgruppen, wie etwa die krankhaften Individualisten, die im “Anderssein” alle gleich sind, oder die Webcomic-Community, wo die täglichen drei Bildchen nur ansatzweise über den Mangel an einem eigenen Sozialleben hinwegtrösten können…

Wahrscheinlich müsste ich jetzt Angst haben, jemanden damit beleidigt zu haben. Andererseits habe ich I Can Has Cheezburger im RSS-Feed, finde es wahnsinnig erhebend, mit die kleinen Fehler der Stars in Großaufnahme anzusehen, besitze einen selbstverherrlichenden Twitter-Account und verspüre gelegentlich den Drang Küchenutensilien zu häkeln. So what?

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Die andere Seite

Datum: 17.2.2009
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Manchmal hast du  dieses untrügbare Gefühl, einfach anders zu sein. Dass irgendwas mit dir nicht stimmt. Du Dinge tust, die nicht der Norm entsprechen. Sie dich anstarren, hinter deinem Rücken ihre überaus gewöhnlichen Kopfe über dich schütteln, weil du es wagst, aus der Reihe zu fallen.

…aber die Wahrheit ist – es stimmt nicht. Sie sind genauso anders, sie versuchen es nur zu verbergen, genau wie du. Weil sie Angst haben, wie du selbst, wie wir alle.

Was könnten wir uns nicht alles ersparen, könnten wir nur dazu stehen.

Aber ein Anfang: I am neurotic.

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Ich sehe weiße Mäuse!

Datum: 28.11.2008
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Nach langer Sendepause heute auch nur eine Werbeinschaltung, tut mir leid.

Trotz allem – die White Mouse ist es wert, versprochen!

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Ein Grad von Genialität

Datum: 13.11.2008
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…den ich niemals erreichen werde:

the CREATURES in my head

Jep. So ist das.

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Ein Wort, ein Satz

Datum: 25.9.2008
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Ein Wort: Regen

Ein Satz: Traurigkeit kann sich hinter vielen Deckmänteln verbergen, doch eines haben sie alle gemeinsam: sie sind nicht rot.

*

Hinter anderen Worten verbergen sich andere Menschen, die oft viel mehr, manchmal aber auch viel weniger zu sagen haben. Aber auch wenige Worte können bewegen. Jenes Konzept steckt hinter dem Projekt One Sentence: gerade durch die Prägnanz tritt bei diesen Alltagsgeschichten die große Wirkung hervor.

oneword bedient eigentlich das Bedürfnis nach dem exakten Gegenteil. Ein Wort, eine Minute Zeit, ein leeres Eingabefeld. Sprachliche Anarchie.

Die Möglichkeiten der Sprache sind, wenn ich in dieser Behauptung so dreist sein kann, unendlich. Sätze sind wie ein Kaleidoskop von Worten, eine Geschichte wie ein Mosaik, das daraus gelegt wird. Man muss das Wortkaleidoskop nur um eine Winzigkeit drehen und schon schüttelt man das gesamte Universum durcheinander. Schön, oder?

*

Ein Wort: Sterne

Ein Satz: Was ist schon ein Satz?

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Eine Herausforderung an die Gewohnheit

Datum: 24.9.2008
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Link des Tages, oder, was mich angeht, wahrscheinlich schon der letzten beiden Wochen: DONTCLICK.IT

Selten hat mich eine Seite aufgrund ihres User Interfaces (oder, weil ich ja sonst immer so großkotzig die Deutschsprachigkeit propagiere – wenngleich bei internetbezogegen Themen nicht ganz so angebracht – die Benutzeroberfläche) so fasziniert. Der simple Gedanke hinter der ganzen Sache ist – wer hätte es gedacht – nicht zu klicken. Die gesamte Steuerung, Menüführung, etc., erfolgt über Mausbewegungen, was eine ungewohnte, aber auf gewisse Weise seltsam entspannende Wirkung hat. Als würde man sich im Erlebnisbad des Internets für ein paar Minuten in die Entspannungszone des Whirlpools (kinderfrei) zurückziehen. Und das aber, ohne dabei den Boden zu berühren – schließlich wollen wir ja die experimentelle Seite dabei nicht vergessen.

Einfach ein bisschen über Möglichkeiten staunen, die immer da waren, man aber nie genützt hat.

DONTKLICK.IT

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Srsly? Srsly!

Datum: 22.8.2008

I iz stunned.

Ich meine, lolcats kennen wir ja alle, mittlerweile, kaum dran vorbeizukommen und so, aber es gibt dann doch Dinge, die tatsächlich die Grenze dessen sprengen, was landläufig als der “gesunde Menschenverstand” bezeichnet wird.

Das hier zum Beispiel. Ich mein – echt jetzt. Nicht wahr, oder?

Bleibt nur noch eins – mai ceiling kitteh be wif us… oO

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Die Gretchenfrage

Datum: 24.7.2008

“Und wann hast du zuletzt mit Gott gesprochen?”

Dummerweise habe ich den außergewöhnlichen Augenblick verpasst, in dem heute Morgen die Zeugen Jehovas an unserer Tür läuteten. Denkwürdig, äußerst denkwürdig. Allein schon deswegen, weil unsere Wohngegend sich eigentlich fest in Händen der “Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage” befindet. Ein Bekannter auf dem Weg zu uns war einmal sehr irritiert, als zwei hübsche Blondinen lächelnd auf ihn zu kamen und ihn fragten, wann er denn zum letzten Mal in der Bibel gelesen hätte. Sexy, muss schon sagen. Vielleicht sollte man den Zeugen Jehovas auch einmal diesbezügliche Reformen vorschlagen, denn, mal ehrlich, vor die Wahl gestellt, wer würde schon die beiden ältlichen Betschwestern mit dem Bösen Blick™ den bibelfesten Augenweiden vorziehen?

Trotzdem: letztens mal mit Gott gesprochen?

iGod

Groovy, sag ich nur…

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Die Idee der Unendlichkeit

Datum: 12.6.2008

Nachgedacht hat schon so mancher darüber, und die meisten haben sich daran die Zähne ausgebissen. Die anderen sind wahrscheinlich entweder Genies, oder sie haben einfach eine sehr simple Auffassung der Dinge.

Zu erstgenannter Gruppe gehört bestimmt MC Escher, der das Ganze wieder von seiner sehr eigenen Sichtweise angegangen ist. Andere wiederum, die weniger kreativ in ihrer Interpretation sind, denken an die Unendlichkeit des Universums (das ich mir, im Übrigen, wie einen doppelten Atompilz vorstelle, also im Grunde einen gigantischen Donut, was mich wiederum an Homer Simpson erinnert, was ein einigermaßen verstörender Vergleich ist) oder diese Sache mit den sich gegenüber stehenden Spiegeln. Oder die Zahl π.

Das, wenn ich das so sagen darf, ist dann wohl so etwas, wie die tatsächliche Unendlichkeit, die im Gegensatz zur nachgeahmten steht. Darauf, um es kurz zu fassen, wollte ich eigentlich hinaus. Man startet etwas, und macht damit weiter und weiter und weiter, und es ist kein Ende in Sicht, was die eigentliche Unendlichkeit ausmacht, aber effektiv ist da natürlich eines, weil man immer an einer bestimmten Stelle dieses unendlichen Weges steht…

Ich rede zu viel. Eigentlich wollte ich nur das hier verlinken:

The Infinite Cat Project. Cat watching cat watching cat watching cat…

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