Der dritte Tag
Linoleumboden. Ein endloser Gang. Wo man hinsieht, nur helle Farben; manche würden sagen: freundlich. Ich sage: kalt. Ich mag mein Schwarz. Meine Dunkelheit. Das Abgründige der Seele liegt auch im Dunkeln, nicht wahr? Wie wollen sie es hervorkehren, wenn es sich nicht in seiner natürlichen Umgebung befindet?
Ich habe Angst – vor der Helligkeit, davor, gesehen zu werden.
Ich bin nackt – mein Leben liegt auf dem Serviertablett und alle können sich daran ergötzen. Ich habe kein Leben. Nicht hier. Hier zu sein ist wie vorübergehendes Sterben – gedankenloses Wandeln in einer anderen Welt; Die Wolke aus Medikamenten vernebelt alle Probleme, alle Ängste, jede Scheu in trübem Dunst. Aber dann werde ich irgendwann aufwachen und alles wird wieder so sein wie zuvor.