Bücher
 

Ein Fall von Originalität

Datum: 30.1.2008

Lesestoff: Der Fall Jane Eyre von Jasper Fforde.

Fantasy war eigentlich nie so mein Ding. Um ehrlich zu sein, ich habe mich so wenig damit beschäftigt, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wo genau die Grenzen des Genres liegen, falls man sie überhaupt so genau definieren kann. Klar, die Erschaffung neuer, unbekannter Welten hat etwas für sich, und es bedarf großer Kreativität, eines scharfen Verstandes, einem nicht geringen Maß an naturgegebener Logik und dem richtigen Blick für die großen Zusammenhänge, um eine in sich stimmige und faszinierende Welt zu entwerfen, in der alle Ereignisse so rund laufen wie ein Uhrwerk. Mein Problem damit war im Grunde immer, dass es sich so ähnlich verhält wie (*duck*) mit einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung. Eigentlich geht’s nur um die schönen Landschaften, der Inhalt ist nebensächlich. (Okay, Ausnahme: Douglas Adams.)

Hier nicht. Es ist ein Leben, das so sehr dem unseren gleicht, und sich doch in allen Details davon unterscheidet. Ein Hype auf die Lesekultur, Autoren, Bücher, die dort Hysterien und Begeisterungswellen hervorrufen, wie es bei uns bestenfalls ein Kinoblockbuster vermag, in dem Brad Pitt, Johnny Depp, Angelina Jolie, Halle Berry, beliebiger anderer Hollywoodstar, eine tragende Rolle spielen und jeder mit jedem Sex hat. Das ist schön. Aber keine Medaille ohne Kehrseite – andererseits ist da die, wie es scheint, vermehrte Aggressivität, die Kriege, Verbrechen. Das alles wird durch die veränderten Gesetze der Physik auf eine völlig neue Stufe getragen, die beinahe beängstigend ist.

Was ich hoffe: dass der Lesegenuss dieses humorvollen, geistreichen und spannenden Buches (und der Folgeromane) den einen oder die andere auf den Geschmack der klassischen Literatur bringt. Aber selbst wenn nicht, ein Fehler wird es nie sein, durch die Augen von Thursday Next einen Blick in die Tiefen dieser Welt voller Möglichkeiten zu wagen.

Ein besonderer Dank geht in diesem Fall an Kittynn, die Frau mit dem guten Geschmack, für die zur Verfügungstellung des Buches! :)

Moppelmerksätze
 

Moppelmerksatz #17

Datum: 29.1.2008

Merke:

Kunst hat keine Definition. Und braucht sie auch nicht. Jemand der danach sucht, kann die Kunst nicht fühlen.

Everyday Blog
 

On a day like today…

Datum:

Ich wünschte, ich könnte schneller lesen. Oder hätte mehr ZEIT zum Lesen, obwohl das natürlich relativ zu betrachten ist, denn – theoretisch – hätte ich die Zeit natürlich, müsste sie mir nur nehmen. Aber ist schon mal jemandem aufgefallen, wie schwer es ist, sich Zeit zu nehmen? Ich meine, was anderes wäre es natürlich, wenn es sie praktisch abgefüllt wie in einer Cornflakes-Schachtel gäbe, die man mal eben aus dem Regal nimmt und während man am Computer die scheinbar unerlässlichen Sinnlosigkeiten erledigt, lustig nebenher futtert.

Das wär’s. Und sowieso wäre alles einfacher, wenn der Tag zum Beispiel 28 Stunden hätte… Um ein Sechstel mehr Zeit, das wäre doch was, oder? Aber – die kleine nervige Stimme im Hinterkopf gibt keine Ruhe (ach leck mich doch am Arsch, Verstand) – ich würde fast meinen eben Geleckten drauf verwetten, dass wir auch diese zusätzlichen vier Stunden (bzw. 240 Minuten, was im Verhältnis nach erstaunlich wenig klingt) ohne mit der Wimper oder etwas anderem zu zucken, mit Wichtigkeiten/Nichtigkeiten füllen könnten, oder doch zumindest hätten wir dann mehr Zeit, um feststellen zu können, dass man sich doch mal mehr Zeit nehmen müsste… Aber wo der Tag doch so kurz ist! Hätte er doch bloß 32 Stunden…

Aber mal ganz abgesehen von dieser Problematik (Und überhaupt! Was hätte Einstein dazu gesagt?) hält das alltägliche Leben abseits vom in beruhigenden Schranken verlaufenden Krankenhausalltag auch so genug Stolpersteine bis -felsen bereit. “Mein Gott, wird meine Lunge vom Rauchen wirklich so schwarz?” – “Wirkt meine Medikation der Hyperemotionalität entgegen?” – “Macht die Tatsache, ein karrieretechnischer Komplettversager zu sein mich zu einem schlechteren Menschen?” – “Warum fällt mir grundlos eine Tasse aus der Hand, während die andere Katze, obwohl sie quer über das Geschirrregal klettert, nie etwas kaputt macht?”

What else?

(“Welche Frage lässt sich eigentlich nicht mit einem einigermaßen gut entworfenen Werbeslogan beantworten?”)

Everyday Blog
 

Weeee… se Moppl is back!

Datum: 26.1.2008

Okay, vielleicht war das eben etwas überenthusiastisch. Wie auch immer. Trotz meines eklatanten Mangels an kreativer Energie sitze ich hier, schreibe, bekomme einen Krampf im Nacken, und habe abgesehen davon sehr wenig zu sagen.

Tage, einförmig wie Kartoffelbrei aus der Pappschachtel, ziehen an mir vorüber ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen – außer die Katze übertreibt’s mal wieder beim Spielen mit meinen Handrücken. Sie werden zu langen Monaten des effektiven Nichtstuns, die damit gefüllt sind, nach einem Sinn zu suchen, den es nicht gibt, einem Ziel, das man längst verloren hat.

Ich versuche krampfhaft, jene Unbekannte in mir zu schüren, die wahre Geisteskrankheit ausmacht, indem ich mir Mühe gebe Dinge zu sehen und zu hören, die andere nicht wahrnehmen und von denen keiner so genau sagen kann, ob sie nun tatsächlich da sind, oder nicht. Absichtlich vergesse ich meine Medikamente, um von der emotionalen Achterbahn aus der gleichförmigen Straße der dumpfen Abgestumpftheit gerissen zu werden, um mich schmerzhaft in den Kurven beuteln zu lassen, bis mir der scharfe Wind Tränen in die Augen steigen lässt und alles im verwischten Wasserfall der vermeintlichen Endgültigkeit untergeht.

Die Katze sagt, die Katze denkt, die Katze träumt, die Katze zweifelt. Verzweifelt? Viel zu melodramatisch.

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