Everyday Blog
 

Der feine Unterschied

Datum: 30.9.2008
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Das Vergessen ist eine wichtige Funktion des Gedächtnisses. Von Vergessen kann erst gesprochen werden, wenn Informationen, die bereits im Langzeitgedächtnis nachgewiesen werden konnten, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr abrufbar sind.

Als Verdrängung wird in der Psychoanalyse ein möglicher Abwehrmechanismus bezeichnet, in dem tabuierte und bedrohliche Bewusstseinsinhalte, die nach Sigmund Freud aus dem Es stammen, mittels des wertenden und verdrängenden Überichs vom Bewusstsein des Menschen ausgeschlossen werden.

[Quelle: Wikipedia]

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Ein Wort, ein Satz

Datum: 25.9.2008
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Ein Wort: Regen

Ein Satz: Traurigkeit kann sich hinter vielen Deckmänteln verbergen, doch eines haben sie alle gemeinsam: sie sind nicht rot.

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Hinter anderen Worten verbergen sich andere Menschen, die oft viel mehr, manchmal aber auch viel weniger zu sagen haben. Aber auch wenige Worte können bewegen. Jenes Konzept steckt hinter dem Projekt One Sentence: gerade durch die Prägnanz tritt bei diesen Alltagsgeschichten die große Wirkung hervor.

oneword bedient eigentlich das Bedürfnis nach dem exakten Gegenteil. Ein Wort, eine Minute Zeit, ein leeres Eingabefeld. Sprachliche Anarchie.

Die Möglichkeiten der Sprache sind, wenn ich in dieser Behauptung so dreist sein kann, unendlich. Sätze sind wie ein Kaleidoskop von Worten, eine Geschichte wie ein Mosaik, das daraus gelegt wird. Man muss das Wortkaleidoskop nur um eine Winzigkeit drehen und schon schüttelt man das gesamte Universum durcheinander. Schön, oder?

*

Ein Wort: Sterne

Ein Satz: Was ist schon ein Satz?

Linkage
 

Eine Herausforderung an die Gewohnheit

Datum: 24.9.2008
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Link des Tages, oder, was mich angeht, wahrscheinlich schon der letzten beiden Wochen: DONTCLICK.IT

Selten hat mich eine Seite aufgrund ihres User Interfaces (oder, weil ich ja sonst immer so großkotzig die Deutschsprachigkeit propagiere – wenngleich bei internetbezogegen Themen nicht ganz so angebracht – die Benutzeroberfläche) so fasziniert. Der simple Gedanke hinter der ganzen Sache ist – wer hätte es gedacht – nicht zu klicken. Die gesamte Steuerung, Menüführung, etc., erfolgt über Mausbewegungen, was eine ungewohnte, aber auf gewisse Weise seltsam entspannende Wirkung hat. Als würde man sich im Erlebnisbad des Internets für ein paar Minuten in die Entspannungszone des Whirlpools (kinderfrei) zurückziehen. Und das aber, ohne dabei den Boden zu berühren – schließlich wollen wir ja die experimentelle Seite dabei nicht vergessen.

Einfach ein bisschen über Möglichkeiten staunen, die immer da waren, man aber nie genützt hat.

DONTKLICK.IT

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Irrwege

Datum: 23.9.2008
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Städtische Verkehrsbetriebe sind dumm. Neuester Beweis: Fahrplanabfrage im Internet.

Anliegen:

Nächste Verbindung von A nach B.

Antwort:

22:42 Uhr – Fußweg A nach B: 15 min
22:57 Uhr – Fußweg B nach C: 4 min
23:01 Uhr – Buslinie 63a von C nach B: 2 min
———————–
23:03 Uhr – Ankunft

Gesamtfahrzeit: 21 min

WTF?

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Genussspezifizierung

Datum: 6.9.2008

Aber eigentlich mag ich gar keine Nüsse. Nur Cashews und Mandeln, die beide keine sind.

Kreative Ergüsse
 

Vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit

Datum: 5.9.2008
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Andere nennen es Liebe. Aber irgendwann verlieren wir alle unseren Idealismus.

Zumindest die meisten von uns. Zumindest ich. Es ist oft so – und meistens merkt man das erst im nachhinein, obwohl man etwa tausend Mal von allen Menschen in der näheren Umgebung darauf hingewiesen worden ist – dass man, erst einmal in die Falle der vorübergehenden Unzurechnungsfähigkeit getappt, sich mit einer beinahe noch unbändigbareren Leidenschaft, als jene eigentliche, die meistens einer gewissen Person entgegengebracht wird (außer vielleicht bei gewissen Fetischen, über die ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen werde) der Verblendung anheim wirft, die einen allen Ernstes glauben lässt, es existiere ein größerer Sinn hinter all dem.

Größe. In unserer lächerlichen Kleinheit träume wir immer von Größe, gelenkt von dem verzweifelten Wunsch, einen Sinn hinter dem zu sehen, das uns dazu bringt, sich von einer Sekunde zur nächsten schmerzgeplagt über den Tag zu retten. Und wagt man es, in der Öffentlichkeit seinen Zweifel daran kund zu tun, so wird man im besten Fall als Sinnesatheist, auch bekannt als Zyniker, deklariert, oder im schlechteren Fall als depressiv. Ich habe beides schon erlebt, im Endeffekt ist der Unterschied nicht allzu groß.

Aber der Punkt ist, dass man – oder vielleicht sollte ich einfach beiden Tatsachen bleiben, und sagen: dass ich einem Idealbild hinterher gejagt bin, das in dieser Form nicht existiert, nicht existiert hat und auch niemals existieren wird. Ich habe Dinge in etwas hineinprojiziert, das nichts weiter war, als eine bloße Hülle von etwas, das ich nicht einmal ansatzweise kenne. Um es wieder einmal mit einer seltsamen Metapher zu ummanteln: Ich habe eine Macadamianuss in einer Walnussschale gesehen.

Aber die Unzurechnungsfähigkeit ( auch: seelische Abartigkeit, die laut Gesetz als Schuldausschließungsgrund gilt, was wiederum das einzige ist, das uns die Eskapaden der sogenannten Liebe auch nach Abebben eben dieser als erträglich ansehen lässt) trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Die wirklich durchtriebene Hinterhältigkeit, die mich, selbst nachdem ich den Baum gesehen habe, auf dem die Walnüsse wachsen, selbst nach eingängiger Klopfprobe an der Schale (“Und der scheiß Baum kann meinetwegen auch eine DNA-Probe beim CSI abliefen, das is mir sowas von egal!”) hoffen lässt, dass sich darin gut versteckt doch noch eine Macadamianuss befindet.

Aber wenn man Hufe hört, dann sollte man an Zebras denken und nicht an Pferde… oder umgekehrt?

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