Everyday Blog
 

Trübe Aussichten

Datum: 29.3.2009
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Jetzt ist die Zeit, in der die Eichhörnchen ihre Jungen bekommen. Letztens habe ich gelesen, wenn es stürmt, dann werden die Eichhörnchenbabies aus ihren Nestern geweht, und einmal herausgefallen verhungern sie dann oder werden von anderen Tieren gefressen. Oder beides.

Deswegen wollte ich in den Stadtpark gehen, und sehen, ob vom Winde verwehte kleine Eichhörnchen unter den Bäumen liegen und sie retten. Ich wüsste zwar nicht wirklich, was ich mit ihnen anfangen sollte, womöglich würde ich sie mit meinen Bemühungen zu Tode pflegen, aber ich könnte sie zur Arche Noah bringen, ins Tierheim. Die wüssten, was zu tun wäre.

Aber es ist so düster draußen und alleine habe ich nicht besonders viel Lust zu gehen.

Zum Glück ist heute kein Sturm.

Moppelmerksätze
 

Moppelmerksatz #28

Datum: 27.3.2009
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Am Ende wird alles gut.

Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

Kreative Ergüsse
 

Dunkle Wasser

Datum: 24.3.2009
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Angst macht mir nicht die Tiefe, sondern nicht zu wissen, was unter mir ist. Schon spüre ich, wie es an meinen Beinen zerrt, wie meine Arme schwerer werden. Finsternis nicht nur unter, sondern plötzlich auch über mir. Fahles Mondlicht bricht sich in der Wasseroberfläche, die sich durch meine hastiger werdenden Züge kräuselt. Spiegelt sie wirklich nur meine Bewegungen, oder ist da noch etwas anderes?

Die Schwärze unter mir lähmt meine Gedanken, Panik steigt in mir hoch, überfällt mich von alles Seiten. Ich keuche und schlucke Wasser, spucke, huste, verliere die Orientierung. Wohin? Die Finsternis greift nach mir, schon spüre ich, wie sie ihre Klauen ausfährt, um mich zu verschlingen.

Und plötzlich sehe ich dich vor mir. Ein Ziel. Ein Ufer. Ich schließe die Augen, ein Zug mit neuer Kraft und ich merke, wie mein rasender Puls sich wieder beruhigt. Ich bin nicht allein.

Nicht mehr lange, und ich fühle Grund unter meinen Füßen, schleppe mich auf allen Vieren an Land. Falle erschöpft auf den kiesigen Boden, und weiß, dass ich wieder allein bin. Immer war.

Aber ich kenne dein Geheimnis. Deine Angst vor dem dunklen Wasser – und das nimmt mir die meine.

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Fragestellung

Datum: 23.3.2009
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Wenn du deinen Tod kommen siehst, wirst du dann deine Augen offen halten?

Kreative Ergüsse
 

Exit Music (For A Film)

Datum: 21.3.2009
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“Love?”, schreibt er und meint mich damit. Irritierend. “Ich vermiss dich so sehr, dass es fast körperlich weh tut.”

Der weiß doch nicht mal, was Liebe ist, denke ich, und antworte: “Ich weiß was du meinst…”

Er linkt mir einen Song von Radiohead, der ihn laut eigener Aussage an mich erinnert. Das nehme ich zweifelnd zur Kenntnis, Thom Yorke tendiert normalerweise eher zu neurotischem Weltschmerz als zu Romantik. Außerdem kotzen mich die YouTube-Videos inzwischen ziemlich an.

Der inszeniert sich doch genauso sehr wie ich, denke ich, und google ein Zitat von Thomas Bernhard, das ich ihm als mein umfangreiches Literaturwissen verkaufe, was ihn wiederum zu einer Äußerung der völligen Verzückung motiviert.

Das Ganze ist doch, überlege ich mit einem weiteren flüchtigen Seitengedanken an Bernhard, nur Theater, das wir spielen, weil wir uns beide selbst so gut in unseren Rollen gefallen. Die “star-crossed lovers” aus dem Web, die ihre Liebe auf diese höhere, vergeistigte Ebene gehoben haben, weil ihnen das Schicksal die körperliche Nähe verwehrt.

Bullshit, denke ich.

“Was auch immer passiert, ich könnte dich nie wieder vergessen. Jeden einzelnen Tag meines restlichen Lebens werde ich an dich denken.” Heute übertrifft er sich wieder selbst.

“Darling, du trägst ein bisschen dick auf, das ist dir schon klar, oder?”, äußere ich meine berechtigten Zweifel. Ich will zumindest noch so tun können, als wäre das alles erst gemeint, so verkommt es eher zu einer Schmierenkomödie.

“Wie kannst du mir nur unterstellen, ich würde das nicht ernst meinen? Ich meine jedes Wort!”, ereifert er sich. Ich sehe, wie er beim Tippen mehrmals etwas löscht, bevor er die Nachricht absendet.

Ich danke der Academy, sagte Edward Norton einst in Fight Club und ich weiß jetzt ungefähr, wie er sich dabei gefühlt hat.

Ich stoße ein virtuelles Seufzen aus und sage: “Es ist so hart…”

“Dass wir uns nicht sehen können?”, schlägt er als dramatische Wendung vor.

“Nein. Du hast mir nicht nur Radiohead, sondern auch nun auch noch Edward Norton versaut.”

Logout.

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Zwischenmeldung

Datum: 19.3.2009
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Mein neuer Spam-Filter ist Müll. Ganz ehrlich. Daher bereits deaktiviert und Kommentare werden vorerst wieder handverlesen. Die guten ist Töpfchen, die schlechten ins… nun, online-Nirvana. Oder ich lass es einfach gut sein und mir von Bots erklären, dass ich ganz einfach mehr Orgasmen haben, oder im Nu zu einem größeren Penis kommen könnte. (Oder, wobei, führt nicht das eine zum anderen? Aber das sollte ich vielleicht an anderer Stelle erörtern…)

Aber ganz abgesehen davon – tut mir leid wegen etwaiger Umstände. Werd mir bald eine Alternative überlegen, aber heute Abend ist da eine Flasche Wein, die meine ungeteilte ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt.

In diesem Sinne…

10 Dinge
 

10 Dinge, die ich nicht leiden kann

Datum: 18.3.2009
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…und trotzdem aus dem einen oder anderen Grund mein Eigen nenne.

  1. Hang zum Nägel kauen (Orale Fixierung ist etwas, wovon Ex-Raucher ein Lied singen können.)
  2. Bettwäsche mit chinesischen Schriftzeichen (Da könnte “Schweineschmalz” draufstehen und keiner würde es wissen!)
  3. StudiVZ-Account (Der Drang zu stalken ist stärker als ich…)
  4. Einen Magen (Hätte man keinen, könnte er sich auch nicht umdrehen.)
  5. Headset (Berufskrankheit?)
  6. Melodrama (Der Hang, auf höchstem Niveau zu leiden ist unabstreitbar. Und schmerzhaft.)
  7. Die neueste Staffel von Grey’s Anatomy (Well, duh. Wer sie gesehen hat, wird wissen, was ich meine.)
  8. Haus- und Hof-Psychopath (Ziehen sie mich an, oder ich sie?)
  9. Silberfischchen (Damn it!)
  10. Blog (Eine Zivilisationskrankheit. Bomb the Blogosphere!)
Kreative Ergüsse
 

Medizin

Datum: 15.3.2009
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Mit einer Packung Kekse in der Hand stehe ich in der Ambulanz des Krankenhauses. Bei der Aufnahme sage ich: “Mein Herz ist gebrochen. Können sie mir helfen?”

“Leider nein”, antwortet die die Frau hinter der Glasscheibe. “Da sind sie hier falsch.”

“Aber wo bin ich dann richtig?”, frage ich nach.

Sie lächelt mich an und zuckt mit den Schultern.

“Möchten sie die haben? Ich brauche sie nicht mehr”, sage ich und zeige ihr die unangetastete Schachtel.

Die Glasscheibe trennt unsere Welten. Sie schüttelt den Kopf.

Darauf kann ich nichts mehr erwidern. Jedes Gefühl ist aus meinem Körper gewichen und wie ferngesteuert wende ich mich ab. Bevor ich das Gebäude verlasse, lege ich die Kekse auf einen leeren Rollstuhl, der verloren mitten in der stillen Eingangshalle steht.

Draußen ist es dunkel und der Regen hat wieder eingesetzt. Auf dem Heimweg sind meine Gedanken bei den Keksen und ich wundere mich, ob jemand sich darüber freuen kann. Wenn es soweit ist, glaube ich, wird auch mein Herz anfangen zu heilen.

Kreative Ergüsse
 

Die Schatten und das Nichts

Datum: 14.3.2009
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Und dann, wenn die Welt übergeht, werden aus den schäumenden, tosenden Massen körperlose Gestalten aufsteigen, schattenhaft wie das Echo verlorener Erinnerungen. Vor ihren starren, leuchtenden Augen wird nichts verborgen bleiben, kein Gedanke, keine Idee, und daran werden sie sich laben, sie aufsaugen als ihr einziges Lebenselexier. Verkümmern werden wir und vertrocknen, gierend, geifernd nach unserer geistigen Nahrung, aber alles wird schwinden, wenn die Schatten und das Nichts sich unaufhaltsam ausbreiten.

Ödnis und Leere werden ihr Königreich sein, unsere welken Körper ihr Thron.

Der Hauch des Schweigens wird wie ein letzter, geseufzter Atemzug über das blasen, was einmal unsere Welt war, bevor auch er müde erlischt, und niemand mehr gegen das Regiment der Schatten steht.

Aber bis sie auch den Himmel in Besitz nehmen, wird es noch lange dauern.

*

(Melodrama, Baby!)

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Dunkelbilder

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Nachts ist es wirklich am schönsten, sinnlos in die Wellen zu starren.

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