Everyday Blog,Kreative Ergüsse
 

Marmorbäume, Gedankenlaub

Datum: 27.6.2009
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Es ist sieben Uhr morgens, als ich erwache, aber nicht von dieser Sorte, bei der man in Richtung Uhr blinzelt und sich freut, dass man guten Gewissens noch ein paar Stunden weiterdösen kann. Nein, es ist ein hartes, kaltes Erwachen, ein unwiderrufliches, das einzig den verzweifelten aber nutzlosen Versuch nach sich ziehen kann, sich stundenlang im Bett hin und her zu wälzen, nur um schließlich entnervt aufzugeben und den restlichen Vormittag vor dem Fernseher herumzuhängen.

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Ein Patentrezept

Datum: 23.6.2009
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Man nehme:

  • ein Teil Hobbit
  • ein Teil Mann mit Hut
  • ein Teil exzentrischer Musiker

Man würze alle Zutaten mit einer Prise Tim Burtons Gehirn und vermische alles gut in der Geschichte eines verrückten Priesters, die öfter verfilmt wurde, als man zählen kann.

Frodo aka Elijah Wood

+

Willy Wonka aka Johnny Depp

+

iamx_by_rt
Elijah Wood
aka
Frodo
Johnny Depp
aka
Willy Wonka
Chris Corner
aka
IAMX

=

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Das Ergebnis nach dem Klick…

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10 Dinge
 

10 Abstrusitäten

Datum: 14.6.2009
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Ich wusste, dass der 13. Juni ein besonderer Tag sein würde. Ich wusste bloß nicht weshalb. Um genau zu sein ist es mir immer noch nicht ganz klar. Daher…

10 Dinge, die gestern nicht passiert sind:

  1. Mir ist ein dritter Arm gewachsen.
  2. Die Katze hat ihre erste Maus gefangen.
  3. Ich hatte den besten Sex meines Lebens.
  4. Ich hatte Sex. (Ha.)
  5. Schafe stürmten die Straßen von Graz und trabten laut blökend durch die Herrengasse. Einige fielen in Baugruben.
  6. Ich habe eine gesunde, nahrhafte Mahlzeit aus Bioprodukten zu mir genommen, die ich natürlich selbst zubereitet habe.
  7. Eine Menge sinnvoller Ideen, von denen ich überzeugt bin sie in die Tat umsetzen zu können, kreuzten meine Gedanken.
  8. Die Murinsel löste sich aus ihrer Verankerung und trieb mitsamt Gästen und Personal die Mur hinab, und zwar bis zu deren Mündung in die Drau, dann weiter in die Donau und zu guter Letzt ins Schwarze Meer. (Das ist subtiler Bildungsbloggismus.)
  9. Im Schwarzen Meer hat sie sich festgesetzt. Während sie von unten vom Salz zerfressen wird, bangen die darauf gefangenen Menschen um den zur Neige gehenden Kaffeevorrat, der vom Salz augenblicklich verdorben würde.
  10. Mein Zigaretten- und Alkoholkonsum blieb in einem annehmbar überschaubaren Maß.

Dafür für den heutigen Tag zu verbuchen: erster Sonnenbrand der Saison! Yay, Hautkrebs!

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Fenstertag

Datum: 13.6.2009
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Diese Tage werden aus einem speziellen Grund so genannt: Familien fahren über ein verlängertes Wochenende auf Urlaub und überlassen dabei ihre minderbemittelten Verwandten, die normalerweise unter Aufsicht stehen und/oder in den Keller gesperrt sind, an einem eigentlich regulären Werktag ihrem Schicksal. Und sie können aus dem Fenster schauen, was vom Keller aus natürlich nicht geht. Daher Fenstertage.

Ich weiß nicht, was passiert, wenn sie tatsächlich das Haus verlassen. Aber allein schon, wenn sie ihre Hände auf ein Telefon legen können, passieren Dinge, die von Grund auf den Glauben an Darwins Evolutionstheorie erschüttern, weil das einfach nichts mit der “natürlichen Auslese” zu tun haben kann.

Nur um ein paar Beispiele zu nennen:

“Willkommen bei ***-Versand, was kann ich für sie tun?”
“Ich habe einen Pool bekommen.”
“Eh, das ist ja schön.”
“Nein, das ist nicht schön! Der ist undicht!”
“Das ist natürlich ärgerlich. Dann schicken sie ihn bitte zurück, und ich lass’ Ihnen sofort einen neuen zukommen.”
“Nein nein, also so kommen Sie mir nicht davon! Das ist immerhin mein Wasser, das ich da reingefüllt habe, das müssen sie mir ersetzen!”
“…”

Oder der verzweifelte Versuch, eine Bestellung aufzugeben:

“Stimmt die Bestellnummer wirklich so? Der Computer nimmt sie nicht, und im Internet ist sie auch nicht zu finden…”
“Doch, ganz sicher!”
“Aus welchem Katalog ist sie denn?”
“Weiß ich nicht.”
“Wie sieht er denn aus?”
“Ja es ist ein Katalog.”
“Welche Farbe hat er?”
“Blau.”
“Hmm… finde ich jetzt auch keinen. Was steht denn drauf?”
“Frühjahr/Sommer 2007″
2007?!?
“Ja, und?”

Wir sind während einer Bestellung verpflichtet, immer den eben eingegebenen Artikel zu wiederholen und anschließend die Lieferbarkeit zu nennen. Etwa: “Triangelbikini in rot, ist in drei Wochen lieferbar.” Bisher bin ich nie in die Verlegenheit gekommen, ein Produkt aus dem Erotikkatalog bestellen zu müssen, welches generell unter der klingenden Bezeichnung “Gesundheitsartikel” läuft. Bisher.

“Ein… erm… Gesunheitsartikel -”
“Nein nein! Das ist kein Gesundheitsartikel, das ist ein Vibrator!”
“Eh – ja. Richtig. Natürlich.”
“Ist das auch der richtige? In eisblau!”
“Genau, in eisblau. Hätten wir in etwa zehn bis zwölf Tagen lieferbar.”
“Was, so spät erst? Aber ich wart’ doch schon so hart drauf…”
“Tut mir leid, Herr Mayerhofer.”

Was soll man dazu noch sagen?

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Rest In Pieces

Datum: 8.6.2009
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Ich fühle mich, als hätte mich jemand komplett demontiert und schlecht wieder zusammengesetzt.

Wenn wir uns ehrlich sind: man geht nicht auf ein Festival, um Musik zu hören. Okay, ein bisschen vielleicht, beziehungsweise ist das Line-Up ein Auswahlkriterium, weil sich je nach Genre ein entsprechendes Klientel dort einfinden wird.

Ein Festival, das sind drei Tage erkaufte Anarchie.

Ein Survival-Trip mit Bier und Dosenravioli, mit Kaffee, der aus Mineralwasser über dem Gaskocher angerührt wird, mit gesundem Dreck und dem taktischen Verzicht auf eine Dusche, weil es ja ohnehin jeden Moment regnen könnte.

Es sind nächtliche “Helga”-Schreie und explodierende Gaskartuschen, Nervenkitzel bei jedem Gang aufs Dixi-Klo, vor dem man trotz allen Ekels minutenlang ansteht bis es fast zu spät ist, und Krabbeltierchen auf der Luftmatratze. Nacktschnecken, knöchelhoher Schlamm, überteuerte Getränke im Bühnenbereich, Panikattacken inmitten wildgewordener Pogo-”Tänzer”, Kreislaufzusammenbrüche, Bierleichen, über die man im Dunkeln stolpert, Tinnitus…

Ganz ehrlich, warum tun wir uns das an? Vielleicht wegen den fremden Menschen, mit denen man plötzlich verregnete Nächte mit einem Bier in der Hand verbringen kann, um über alles Mögliche zu reden, nur nicht über das, was von Belang ist. Oder wegen dem kollektiven Aufschei aus tausenden Kehlen, wenn endlich die eine Band die Bühne betritt, auf die man so lange gewartet hat. Wegen dem Tanzen im Regen und dem Springen, bis man nicht mehr kann. Weil es ein Ausbruch ist, aus allem, was man kennt.

Vielleicht, weil man das Gefühl hat, das ist eine Spur von dem Leben, das man sonst versäumt. Alles davon, die Musik, das Gefühl, der Dreck, die Anstrengung, die Menschen. Und es funktioniert nur, weil alle diesen Traum gemeinsam träumen.

Moppelmerksätze
 

Moppelmerksatz #29

Datum: 3.6.2009
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Merke

Ich muss aufhören, mit Männern zu schlafen, die mein Blog lesen. Oder umgekehrt.

(Was auch immer die Umkehrung davon ist.)

Kreative Ergüsse
 

Chronik eines angekündigten Abschieds

Datum: 1.6.2009
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Ich brauche die Liebe im selben Außmaß, wie sie mir schadet.

Zugegeben, ich habe lange gebraucht, um diesen höheren Zusammenhang zu verstehen, aber als mir die Erkenntnis kam, war es wie ein brechender Damm. Die Eindrücke stürzten herab, begruben mich, erdrückten mich, und mitten auf der belebten Brücke, auf der ich stand, kamen mir die Tränen. Ich bin immer noch nicht sicher, ob es Tränen der Erleichterung oder der Verzweiflung waren.

Apathisch lief ich irgenwann weiter, mir war egal, wohin ich ging, solange ich nur ging, es nur ging. Detail für Detail kam mir wieder in den Sinn, wie meine Beziehungen und ich uns gegenseitig manipuliert hatten, um uns beide systematisch zugrunde zu richten. Und jedes Mal hatte es funktioniert, das war das Erschreckende daran. Aber die Frage, die sich immer offensichtlicher stellte, der ich aber mit solcher Penetranz auszuweichen versuchte, dass das Schicksal sich gezwungen sah, mir in die metaphorischen Weichteile zu treten, war auf Dauer unumgänglich.

Ein Blick auf mein Handy – keine Nachricht, kein verpasster Anruf – und ich wusste, dass ich sie mir zu stellen hatte. Durfte ich mich niemals verlieben, um die Chance zu haben, wenn schon nicht glücklich, dann zumindest zufrieden zu sein?

Ich trottete den steinigen Pfad am Fluss entlang, plötzlich von einer unerklärlichen Müdigkeit befallen, meine Augen immer auf die Wellen gerichtet. Fluss, fließen, weiter, weiter, Einsamkeit, wohin? Wortfetzen kreuzten meine Sinne, ohne, dass ich damit etwas hätte anfangen können. Ein morsches Boot, wie ein Sinnbild für mein verpfuschtes Leben; das Wasser, das es trug, aber gleichzeitig die Fäulnis dazu brachte, sich langsam aber sicher durch die splitternden Planken zu fressen.

Irgendwann stand ich wieder auf einer Brücke, und dachte, das müsse der Moment sein, um fliegen zu lernen. Ich stellte es mir als den schönsten Augenblick meines Lebens vor, wenn ich den Wind spüren würde, der mir ins Gesicht bläst, meinen Körper trägt, unter mir die tosenden Wassermassen, der Fluss gesäumt vom frischen Grün der Bäume. Es müsse wundervoll sein, so überlegte ich, nur zu kurz, viel zu kurz.

Ich schloss die Augen, um ein paar gedankenfreie Sekunden lang den Wind zu fühlen. Dann drehte ich mich um und ging.

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