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Gemeinsam einsam.

Datum: 13.9.2009
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die einsamkeit der primzahlen Lesestoff: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano

Primzahlzwillinge, das sind zwei Primzahlen, die nur durch eine einzige dazwischenliegende Zahl getrennt werden. Sie kommen nicht sehr häufig vor, und je weiter man zählt, desto seltener werden sie. Aber immer dann, wenn man schon denkt, es gäbe keine weiteren mehr, findet man doch noch ein solch seltsames Paar. Schicksalhaft vielleicht. Sich so nahe, und doch auf ewig von ihrem Gegenstück getrennt.

Mattia hat eine Schwäche für Primzahlen. Und er und Alice, findet er, sind wie Primzahlzwillinge, die sich gegenseitig näher sind als allen anderen, sich aber nie ganz erreichen werden. Sie kennen sich seit ihrer Schulzeit, teilen so viel und doch so wenig, jeder mit seiner eigenen Bürde belastet, die er seit seiner Kindheit mit sich herumträgt. Ein einziger Tag war es, der jedes dieser beiden Leben auf immer verändert hat. Ihnen vielleicht für immer die Chance genommen hat, glücklich zu werden. Vielleicht haben sie das aber auch selbst getan.

Es ist wieder eines dieser Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man sie einmal aufgeschlagen hat. Von denen man sich wünscht, sie mögen niemals enden. Deren Protagonisten man nicht zu trösten versuchen würde, sondern sich einfach still neben sie setzen und nur eine zeitlang in die selbe Richtung mit ihnen blicken.

Genau das würde ich tun.

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Andererseits…

Datum: 22.8.2009
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Lesestoff: The Other Hand von Chris Cleave (Twitter: @chriscleave)

Wieder einmal eines dieser Bücher, das ich zufällig in die Hand nahm, weil mir das Cover zusagte. Und das ich nicht mehr aus selbiger legte, weil mir der Inhalt gefiel. Wenn ich jetzt sage, dass darin das Migrationsthema behandelt wird, schreckt das vermutlich viele ab, deswegen will ich anders beginnen:

Es geht um die Geschichte zweier Frauen, einer Nigerianerin und einer Britin, deren Wege sich erst zufällig, dann durch Absicht kreuzen, was im Endeffekt für beide all das verändert, was ihnen vertraut war. Oder zumindest so schien. Menschliche Abgründe werden enthüllt wie in einer Kriminalgeschichte, was es umso spannender macht, zumal eine solche in jedem von uns leben kann. Und es wahrscheinlich auch tut.

Aber all das kommt ohne den erhobenen Zeigefinger aus, sondern beschränkt sich auf simple Menschlichkeit. Mal spannend, mal erheiternd, mal abgrundtief traurig, aber immer mitreißend.

Ich habe das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen, würde ich sagen, ginge es darum eine halbwegs passende Redewendung zu finden. In Wahrheit aber habe ich mit beiden Augen geheult wie ein Schlosshund, aber irritierenderweise war all die Bestürzung mit einem absurden Anflug von Hoffnung gemischt.

Denn vielleicht, vielleicht wird doch noch alles gut. Irgendwann.

“The Other Hand” ist auf deutsch übrigens (noch?) nicht erschienen. In den USA und in Kanada trägt das Buch den Titel “Little Bee”.

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Gastbeitrag

Datum: 5.9.2007
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Se Popschl hat etwas geschrieben, und ich finde, es sollte nicht bei den Kommentaren vergammeln. Deswegen bekommt es hier einen eigenen Beitrag.

Bitte, Andi, das ist für dich…

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Es gibt Dinge…

Datum: 11.6.2007
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Es gibt Dinge, die mich zum Weinen bringen könnten, wenn sie nicht so verdammt traurig wären.

Es gibt Erkenntnisse, die wären klug, wenn sie nicht so vollkommen sinnlos wären.

Es gibt Situationen, die wären eindeutig, wenn sie bloß nicht so kompliziert wären.

Es gibt Menschen, die wären unausstehlich, wenn man sie nicht lieben würde.

*

Nein, es steckt nichts dahinter. Es ist mehr eine allgemeine Erkenntnis (eine sinnlose?), aus deprimierender Musik und ein wenig naturgegebener Melancholie entstanden.

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