Kreative Ergüsse
 

Wie Wasser.

Datum: 5.9.2009
Tags: , ,

Eine Kurzgeschichte die ich… vor verflucht langer Zeit geschrieben habe, bald sind es drei Jahre. Wahnsinn, was sich über diese Dauer hinweg alles verändern kann. Und noch viel wahnsinniger ist, was sich alles nicht verändert.

Und nun erstmals zu lesen…

Weiterlesen »

Kreative Ergüsse
 

Chronik eines angekündigten Abschieds

Datum: 1.6.2009
Tags: , ,

Ich brauche die Liebe im selben Außmaß, wie sie mir schadet.

Zugegeben, ich habe lange gebraucht, um diesen höheren Zusammenhang zu verstehen, aber als mir die Erkenntnis kam, war es wie ein brechender Damm. Die Eindrücke stürzten herab, begruben mich, erdrückten mich, und mitten auf der belebten Brücke, auf der ich stand, kamen mir die Tränen. Ich bin immer noch nicht sicher, ob es Tränen der Erleichterung oder der Verzweiflung waren.

Apathisch lief ich irgenwann weiter, mir war egal, wohin ich ging, solange ich nur ging, es nur ging. Detail für Detail kam mir wieder in den Sinn, wie meine Beziehungen und ich uns gegenseitig manipuliert hatten, um uns beide systematisch zugrunde zu richten. Und jedes Mal hatte es funktioniert, das war das Erschreckende daran. Aber die Frage, die sich immer offensichtlicher stellte, der ich aber mit solcher Penetranz auszuweichen versuchte, dass das Schicksal sich gezwungen sah, mir in die metaphorischen Weichteile zu treten, war auf Dauer unumgänglich.

Ein Blick auf mein Handy – keine Nachricht, kein verpasster Anruf – und ich wusste, dass ich sie mir zu stellen hatte. Durfte ich mich niemals verlieben, um die Chance zu haben, wenn schon nicht glücklich, dann zumindest zufrieden zu sein?

Ich trottete den steinigen Pfad am Fluss entlang, plötzlich von einer unerklärlichen Müdigkeit befallen, meine Augen immer auf die Wellen gerichtet. Fluss, fließen, weiter, weiter, Einsamkeit, wohin? Wortfetzen kreuzten meine Sinne, ohne, dass ich damit etwas hätte anfangen können. Ein morsches Boot, wie ein Sinnbild für mein verpfuschtes Leben; das Wasser, das es trug, aber gleichzeitig die Fäulnis dazu brachte, sich langsam aber sicher durch die splitternden Planken zu fressen.

Irgendwann stand ich wieder auf einer Brücke, und dachte, das müsse der Moment sein, um fliegen zu lernen. Ich stellte es mir als den schönsten Augenblick meines Lebens vor, wenn ich den Wind spüren würde, der mir ins Gesicht bläst, meinen Körper trägt, unter mir die tosenden Wassermassen, der Fluss gesäumt vom frischen Grün der Bäume. Es müsse wundervoll sein, so überlegte ich, nur zu kurz, viel zu kurz.

Ich schloss die Augen, um ein paar gedankenfreie Sekunden lang den Wind zu fühlen. Dann drehte ich mich um und ging.

Kreative Ergüsse
 

Regentag

Datum: 6.4.2009
Tags: , , ,

Ich will es nicht Kurzgeschichte nennen. Aber es ist kurz und so etwas Ähnliches, wie eine Geschichte, also drängt sich diese Betitelung wohl auf. Es geht ein bisschen um Kunst und ein wenig auch um Regen. Aber irgendwie trifft das die Sache so gar nicht

Mehr nach dem Klick.

Weiterlesen »

Kreative Ergüsse
 

Dunkle Wasser

Datum: 24.3.2009
Tags: , ,

Angst macht mir nicht die Tiefe, sondern nicht zu wissen, was unter mir ist. Schon spüre ich, wie es an meinen Beinen zerrt, wie meine Arme schwerer werden. Finsternis nicht nur unter, sondern plötzlich auch über mir. Fahles Mondlicht bricht sich in der Wasseroberfläche, die sich durch meine hastiger werdenden Züge kräuselt. Spiegelt sie wirklich nur meine Bewegungen, oder ist da noch etwas anderes?

Die Schwärze unter mir lähmt meine Gedanken, Panik steigt in mir hoch, überfällt mich von alles Seiten. Ich keuche und schlucke Wasser, spucke, huste, verliere die Orientierung. Wohin? Die Finsternis greift nach mir, schon spüre ich, wie sie ihre Klauen ausfährt, um mich zu verschlingen.

Und plötzlich sehe ich dich vor mir. Ein Ziel. Ein Ufer. Ich schließe die Augen, ein Zug mit neuer Kraft und ich merke, wie mein rasender Puls sich wieder beruhigt. Ich bin nicht allein.

Nicht mehr lange, und ich fühle Grund unter meinen Füßen, schleppe mich auf allen Vieren an Land. Falle erschöpft auf den kiesigen Boden, und weiß, dass ich wieder allein bin. Immer war.

Aber ich kenne dein Geheimnis. Deine Angst vor dem dunklen Wasser – und das nimmt mir die meine.

| Log in
© moppelkatze.com